Warum Ihre neue Website vor dem Start unsichtbar sein sollte
Stellen Sie sich vor, Sie renovieren Ihre Kanzleiräume. Während die Handwerker noch arbeiten, hängen Sie kein Schild "Jetzt geöffnet" ins Fenster – auch wenn schon Möbel stehen. Erst wenn alles fertig ist, kommt das Schild raus.
Bei einer Website ist das ganz ähnlich. Während eine neue Seite gebaut, getestet und mit Ihren Texten befüllt wird, läuft sie meist schon auf einer echten Internetadresse – nur eben noch nicht auf der, die später für Mandant*innen sichtbar sein soll. Und genau in dieser Bauphase kann etwas passieren, das später zum Problem wird: Google findet die unfertige Version und merkt sie sich.
Das Problem: Google vergisst nicht so leicht
Suchmaschinen durchsuchen das Internet ständig neu. Wenn eine Website während der Bauphase schon erreichbar ist – und das ist technisch fast immer der Fall –, kann Google sie zufällig entdecken und in sein Verzeichnis aufnehmen. Die Folge:
- Mandant*innen finden über Google eine halbfertige Version Ihrer Seite, mit Platzhaltertexten oder veralteten Inhalten.
- Wenn später die echte Seite online geht, verwirrt das Google teilweise: Es gibt plötzlich zwei sehr ähnliche Seiten, und die Suchmaschine braucht Zeit, um zu verstehen, welche die "richtige" ist.
- Im schlimmsten Fall dauert es Wochen, bis die fertige Website überhaupt vernünftig bei Google auftaucht – ausgerechnet dann, wenn Sie frisch gestartet sind und gefunden werden wollen.
Die Lösung: ein unsichtbarer Schalter
Gute Website-Entwicklung berücksichtigt das von Anfang an: Während eine Seite im Bau ist, wird sie mit einem technischen Hinweis versehen, der Suchmaschinen sagt: "Bitte noch nicht aufnehmen, kommt noch nicht so weit." Ganz ähnlich wie ein Baustellenschild, nur eben für Google statt für Passant*innen.
Der entscheidende Moment ist der Start selbst: Dieser Hinweis muss aktiv wieder entfernt werden, sobald die Seite wirklich fertig und live ist. Genau das wird in der Praxis erstaunlich oft vergessen – gerade wenn ein Projekt in letzter Minute hektisch online geht. Die Website ist dann zwar für Besucher*innen sichtbar, bleibt für Google aber trotzdem "unsichtbar" – mit dem Ergebnis, dass eine brandneue, fertige Website monatelang kaum gefunden wird, obwohl inhaltlich alles stimmt.
Was Sie als Auftraggeber*in tun können
Sie müssen die Technik dahinter nicht verstehen – aber zwei Fragen sollten Sie bei Ihrem nächsten Website-Projekt stellen:
- "Läuft die Seite während der Bauphase schon mit einem Baustellen-Hinweis für Google?" Jede seriöse Agentur oder Entwickler*in sollte das bejahen können
- "Wer kontrolliert nach dem Start, dass dieser Hinweis wieder entfernt wurde?" Das ist der Punkt, an dem es in der Praxis am häufigsten schiefgeht – weil er eben leicht vergessen wird, sobald alle froh sind, dass die Seite endlich live ist.
Ein kurzer Check nach dem Launch (einfach den Kanzleinamen bei Google suchen, ein paar Tage nach dem Start) zeigt meist schon, ob alles passt.
Fazit
Dass eine neue Website kurz nach dem Start noch nicht ganz oben bei Google steht, ist normal – das braucht ohnehin etwas Zeit. Dass sie aber gar nicht erst gefunden wird, weil ein technischer Hinweis aus der Bauphase vergessen wurde, ist ein vermeidbarer Fehler. Bei jedem Projekt, das ich umsetze, gehört die Kontrolle dieses Schalters fest zum Launch-Ablauf dazu – damit Ihre neue Website vom ersten Tag an da ist, wo sie hingehört: sichtbar.
Katja Dickels
Ich entwickle individuelle Websites für Unternehmen, die Vertrauen schaffen wollen – als direkte Ansprechpartnerin, ohne Agentur-Umwege. Mehr über mich gibt es auf der Über-mich-Seite.